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Archive zur Musik des 20. und 21. Jahrhunderts

Bd. 5: Daniela Reinhold (Hg.)
Paul Dessau. »Let’s Hope for the Best« Briefe an René Leibowitz (1948-1957).

Archive zur Musik des 20. Jahrhunderts, Band 5

Paul Dessau, geboren am 19. Dezember 1894 in Hamburg, war nach seiner Ausbildung zunächst ab 1912 Kapellmeister an Bühnen in Hamburg, Bremen, Köln, Mainz und Berlin. Ab 1928 geriet er als Komponist wie Dirigent in den Sog der Filmkunst bei ihrem Übergang vom Stumm- zum Tonfilm. Nach seiner Emigration 1933 lernte er in Frankreich René Leibowitz kennen und eignete sich auf dessen Anregung die Zwölftontechnik an. 1939 siedelte er in die USA über, wo er zunächst in New York, später in Hollywood lebte. Er komponierte zu jüdischen Themen und machte 1943 die Bekanntschaft mit Bertolt Brecht, von dem er zahlreiche Texte vertonte. 1948 kehrte er nach Deutschland zurück und lebte seit 1954 bis zu seinem Tod am 28. Juni 1979 in Zeuthen bei Berlin.
Bei seiner Remigration stand er wie viele Komponistenkollegen vor dem Neubeginn. Anhand bisher unveröffentlichter Dokumente aus den folgenden drei Jahrzehnten beleuchtet der Band den Prozeß der Selbstfindung wie Selbstbehauptung innerhalb der musikalischen Moderne und im Rahmen der Kulturpolitik der DDR. Dabei zeigen die Briefe an René Leibowitz und die privaten Aufzeichnungen in vier parallel geführten Notizbüchern den Komponisten als aufgeschlossenen Freund und strengen Kritiker – suchend und zugleich die Musikentwicklung in der eigenen wie der nächsten Generation engagiert begleitend. Die Texte bilden darüber hinaus ein persönliches Zeugnis der Zeitgeschichte im geteilten Nachkriegsdeutschland. Der Band wird ergänzt durch ein Inventar der Musikautographe im Paul-Dessau-Archiv.


232 S., Pb., € 19.–, 3-923997-89-2

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